det is berlin
eine fotografische reise für alle, die noch nie hier waren, auch keine große lust dazu haben, aber trotzdem irgendwie mal so wissen wollen, wie es hier so aussieht und was sich das touristenpack so anguckt, wenn es her kommt.

 

das erste foto zeigt das brandenburger tor und dahinter die berliner mauer. natürlich nicht das ganze tor und nicht die echte mauer. das geht auch gar nicht, denn das tor ist viel zu groß für ein einzelnes foto und die mauer mußte weg. nein, es handelt sich vielmehr um einen künstlerisch kritischen mauernachbau, der nachts leuchtet und durch seine farbenfohe gestaltung vermutlich zeigen soll, daß an der echten mauer doch nicht alles schlecht war.

vor dem tor wird halt regelmäßig irgendwelcher stuß abgeladen, mit dem sich das touristengesocks dann künstlerisch auseinandersetzt. solche pseudo-kunstbesichtigungen hervorzurufen, beziehungsweise die voraussetzungen dafür zu schaffen, ist dann zwar wirkliche! kunst, trotzdem finde ich es moralisch verwerflich, harmlose touristen so zu benutzen. das sind ja auch irgendwie menschen und ich finde, der senat, oder wer den mumpitz da immer hinstellt, übertreibt es mit seinen zynischen szenespäßen.

 

... aber ich komme vom thema ab ...

 

hinter dem brandenburger tor liegt der allseits bekannte tiergarten. rechts im bild sehen wir einen berühmten sohn der stadt, den ich flüchtig kenne, und sein schwarzes mützchen: mich. (also nicht, daß ich das schwarze mützchen wäre, sondern ich bins, den man da mit schwarzem mützchen sieht)

 

 

in der mitte des tiergartens steht die siegessäule, die wir hier jetzt sehen können. außerdem ist mein rechtes knie zu sehen, weil ich das bild vom liegerad aus aufgenommen habe. die hose ist übrigens eine sogenannte "jeans". sowas trägt man jetzt in der szenemetropole an der spree. berlin hat, was mode betrifft, paris und mailand inzwischen ja weit hinter sich gelassen und ich bin da so eine art trendsetter, der den neuesten chic immer als erster trägt.

 

 

das nächste foto zeigt die berühmte glienicker brücke, auf der damals ost- gegen westagenten ausgetauscht wurden. ich selbst ja auch zwei mal, aber das ist eine andere geschichte. hinter der glienicker brücke (also vom bild aus gesehen links) liegt potsdam. eine eher trostlose stadt, von der mir aber regelmäßig leute erzählen, wie schön sie ist.

 

 

hier sehen wir die baustelle des sogenannten "palastes der republik". er ist noch nicht ganz fertig, aber ich finde, man kann schon erahnen, daß das mal janzwatfeinet wird. die bundeskanzlerin ist angeblich schon ganz wild drauf, einzuziehen.

 

 

bereits fertiggestellt ist die technische universität, die zwar etwas trostlos daherkommt, aber das liegt ja in der natur der sache. wie sollte eine technische universität sonst daherkommen, wenn nicht in technisch nüchtern? ich meine, die fassade ist natürlich potthäßlich, aber die mehrzahl der technischen studenten ist sowieso autistisch veranlagt und bemerkt das gar nicht. eine schöne fassade würde da überhaupt keinen sinn machen.

wers schön mag, der muß drei oder vier kilometer geradeaus fahren, da kommt dann die humbold uni, da studieren eher schöngeister und die ist daher wesentlich schöner. nur habe ich davon grad kein foto. schade eigentlich.

 

 

seit dem gleichnamigen wim wenders film auch sehr berühmt: "der himmel über berlin". weil der für sich genommen jedoch etwas wenig her macht, hier ein foto vom jährlichen formationsflug der original berliner piepmätze. ich bin da großer fan und kenne sie alle mit vornamen, aber das würde jetzt vermutlich zu lang dauern. das foto habe ich auf der spreebrücke zur museumsinsel aufgenommen. bei dem gebäude unten rechts könnte es sich demnach um das radisson hotel handeln. ickweeeeeesetnich.

 

 

das nächste bild zeigt die berühmte "berliner luft". bekannt aus der welt der trivialen operettenlyrik:

das ist die berliner luft luft luft,
so mit ihrem holden duft duft duft,
wo nur selten was verpufft pufft pufft
in dem duft duft duft
dieser luft luft luft

das meisterwerk stammt übrigens von paul lincke, dem erfinder des gleichnamigen ufers in kreuzberg.

mit der ablichtung der berliner luft hatte ich ebenfalls schwierigkeiten. darum habe ich monatelang gewartet, bis die allerersten schneeflocken 2007 da durch purzelten und hab die dann auf meinem balkon geknipst. das ergebnis zeigt, wie bewegt die berliner luft in wirklichkeit ist. detglooobtmanjaaanich. oben links im bild sehen wir den berliner balkon der leute, die über einem berühmten sohn der stadt wohnen.

(das ist übrigens ein farbfoto)

 

das nachfolgende lichtbild zeigt den fernsehturm, den die berliner liebevoll "fernsehturm" nennen. wenn der umkippt, kann man mitm aufzug innen westen fahren. hohoho. hohoho. oooohohohoho. naja. ein alter schenkelklopfer aus DDR zeiten. a popo: was man auf dem bild hier auch gut erkennen kann, sind die kanonenluken, mit denen die damalige regierung der damaligen bevölkerung damalig angst gemacht hat. völlig unbegründet übrigens, weil für echte kanonen überhaupt kein geld da war, aber sowaartjeweesen damals. mhm.

 

 

das berliner schloß, seit dem 19. jahrhundert auch berliner stadtschloß genannt, war das zentrale bauwerk in der historischen mitte berlins. das residenzschloß wurde 1442 im auftrag der markgrafen und kurfürsten von brandenburg auf der spreeinsel in alt-cölln, im heutigen ortsteil mitte erbaut. das schloß wurde nach barocken erweiterungen ab 1702 zur königlich-preußischen und ab 1871 kaiserlichen residenz im deutschen kaiserreich.

im jahr 1950 grundlos gesprengt, sehen wir hier den 590 millionen teuren neubau in volksnaher plattenbauweise. die festliche innenbeleuchtung und die aufwendige überdachanstrahlung verleihen dem schloß glanz. auf den kunstvoll gearbeiteten balkonen zeigt sich bürgermeister müller gelegentlich dem gemeinen volk.

im vordergrund sehen wir das steinerne "denkmal für den namenlosen kanalarbeiter".

 

die galerie schließt vorerst mit einer aufnahme des bekannten prachtboulevards "unter den linden". weil hier vornehmlich die reichen und schönen der stadt flanierem ist es kein zufall, daß das stadtschloß direkt am wegesrand liegt (vom foto aus gesehen etwa 300 meter geradeaus). für arme und häßliche wird derzeit eine u-bahn erweiterung gebaut, die etwa 10 meter unter unter den linden entlang laufen wird. mit dieser sehr einfachen strategie der milleutrennung wird die stadt allen gerecht und es gibt es nur selten streit zwischen dick und doof.

 

ps: vielleicht ist das eigentlich interessante an berlin aber auch gar nicht die gebäude, straßen, brücken, türme und piepmätze.

 

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