pferdeohren
ein referat von dipl. ing. wolfgang smidt

 
das wichtigste, was es über pferdeohren zu sagen gibt, ist, daß pferde damit hören. oder auch nicht. also jetzt nicht, daß das nicht das wichtigste wäre, sondern daß pferde nicht hören. zumindest nicht auf menschen. außer vielleicht einige wenige trick- und tanzpferde. aber um tricks und tänze soll es ja hier nicht gehen.

das pferd hat an den pferdeohren haare, damit ihm im winter die ohren nicht einfrieren. wäre das nicht so, müßten pferde ohrenwärmer tragen, deren herstellung die fähigkeiten eines pferdes aber weit übersteigt. davon abgesehen sähe das ziemlich doof aus, weil beide pferdeohren nach oben zeigen. pferdeohrenwärmer hätten also zwangsweise die form von kindersocken. außerdem haben pferde keine daumen, könnten sich ihre ohrenwärmer also nicht selbst aufsetzen und schon gar nicht selbst stricken.

eine alternative wäre vielleicht, daß son pferd seine ohren in schlamm taucht, und den dann zu einer wärmeisolation trocknen läßt. allerdings frieren schlammpfützen im winter ja auch zu und daher blieb der evolution bei pferden nur der weg der haarigen ohren. "weg der haarigen ohren" - ein ausdruck, der sich inzwischen etabliert hat und der allgemein negative entwicklungen bezeichnet, die durch unfähigkeit selbst verschuldet sind.

gegen ende des 14. jahrhunderts wurde entdeckt, daß pferdeohren drehbar sind. und zwar vom pferd selbst. also nicht, daß das pferd die entdeckung gemacht hätte (das wußte das immer schon), sondern daß das pferd selbst die ohren drehen kann. die ohrmittelsenkrechte bildet dabei die achse, um die sowohl rechts- als auch linksdrehungen möglich sind. hier gibt es allerdings eine natürliche begrenzung, so daß ab einem bestimmten drehwinkel das ohr immer erst in gegenrichtung zurückgedreht werden muß. unschön verdrehte pferdeohren können korrigiert werden, indem man das pferd von vorn anspricht.

pferde können mit gedrehten ohren zwar gezielt in alle richtungen hören, ohne den kopf zu bewegen, könnten das aber auch durch reine kopfbewegung erreichen. aus diesem grund kann die fähigkeit zum ohrendrehen als launiger unfug der natur angesehen werden. die früher herrschende ansicht, pferde würden durch das drehen und knicken ihrer pferdeohren auch ihre stimmungen und gefühle signalisieren, mußte aufgegeben werden, als 1998 bewiesen wurde, daß pferde nur ein einziges gefühl kennen: das gefühl "doof".

pferdekörper haben in bezug auf wasser eine spezifische dichte von etwa 0,997. das bedeutet, daß von einem ruhig im wasser schwimmenden pferd 99,7% unterhalb und nur 0,3 prozent oberhalb der wasseroberfläche schwimmen würde. man würde also nur die pferdeohren sehen. wenn das pferd vorher eingeatmet hat, würden die pferdeohren etwas weiter herausragen. wenn das pferd schon ausgeatmet hat, wäre von den pferdeohren etwas weniger zu sehen. das phänomen ist in der natur jedoch nie zu beobachten, weil pferde im wasser nie mal ganz ruhig bleiben, sondern immer rumplanschen wie die blöden.

apropos pferdeohren. der koyote zeigt jetzt mal, wie pferdeohren eigentlich aussehen:

         

dadurch, daß pferdeohren senkrecht nach oben zeigen, kann man pferden, die ohrenschmerzen haben sehr leicht ohrentropfen ins ohr schütten. notfalls auch während man drauf reitet. dosiert wird allerdings nicht so wie bei menschen, bei denen man von zeit zu zeit mal ein paar tropfen reinträufelt. bei pferden werden die ohren einmalig aufgefüllt und das reguliert sich dann solange von selbst, bis das pferd keine ohrenschmerzen mehr hat. natürlich hören pferde in der zeit nicht sonderlich gut. wenn du wissen willst, wie sich das genau anhört für das pferd, mußt du dich in die badewanne legen und untertauchen.

zur verschönerung in pferdeohren gesteckte blumen (so genannte ohrschmuckblumen) bleiben ungewöhnlich lang frisch. zum einen liegt das daran, daß man wasser beigeben kann, welches, ähnlich wie ohrentropfen, nicht abfließt und zum anderen weil die ohren (und damit auch die blumen) nicht im sichtbereich des pferdes liegen und es daher nie zum verzehr kommt. die geruchwahrnehmung von ohrschmuckblumen kann ein pferd nicht zuordnen, da es überhaupt keine geistige vorstellung von der lage seiner ohren hat. das wiederum liegt daran, daß sich ein pferd im spiegel nicht selbst erkennt. tatsächlich ist es so, daß pferde sich selbst zeit ihres lebens für wölfe halten. aber das ist ein anderes thema.

der bekannte physiker und nobelpreisträger werner heisenberg entdeckte im spätsommer 1965, daß pferdeohren so dicht beieinander stehen, daß die gehirnströme des pferdes eigentlich zu kleinen blitzen zwischen den ohren führen müssten. das passiert nur deshalb nie, weil pferde nie nachdenken.

drei jahre später entdeckte heisenberg die sogenannte "pferdeohren-informationssenke". heisenberg erkannte, daß jedliche information, die in ein pferdeohr eintritt, dort unwiederbringlich vernichtet wird. auch die reaktionen des pferdes deuten anschließend nicht mehr im geringsten darauf hin, was hineingegangen ist. das phänomen war bis dahin nur von schwarzen löchern bekannt, die durch extreme graviation alles aufsaugen und nie wieder hergeben. selbst licht ist nicht schnell genug, um einem schwarzen loch wieder zu entkommen. ebenso entkommt nichts einem pferdeohr, beziehungsweise dem dahinter liegenden pferdekopf. keine befehle, kein bitten, kein gutes zureden, nicht mal ein flüstern. und da auch lichtstrahlen von dort nicht mehr zurückkehren können, ist es im inneren von pferdeohren stets vollkommen finster.

das phänomen beruht bei pferden aber natürlich nicht auf extremer masse und gravitation. pferdeohren erzeugen zwar auch ein gravitationsfeld, aber das ist so winzig, daß es eher theoretisch existiert. wenn sich die jüngste theorie von von dipl. ing. w. smidt als richtig herausstellt, beruht die pferdeohren-informationssenke vielmehr darauf, daß pferdeohren das tor zu einem paralleluniversum darstellen: ein universum, in dem könig doofmann regiert. so gesehen ist die menschliche entsprechung zum pferdeohr die fernseh-satellitenschüssel.

so. mehr weiß ich nicht über pferdeohren. außer vielleicht, daß es gelegentlich reinregnet, daß man sich nicht dran festhalten kann, daß das design eine aerodynamische katastrophe ist und daß pferde es gelernt haben mit abstehenden ohren zu leben. wer mehr über pferdeohren wissen will, kann sich ja DEFA-indianerfilme ankieken.
 


verwendete quellen: keine.
die ausführungen lassen sich nicht pauschal auf esel- und zebraohren übertragen.
"DEFA-indianerfilm" ist ein eingetragenes markenzeichen von DEFA-indianerfilm.
der koyote im bild heißt koyote und stammt aus dem privateigentum des referenten.
das referat darf von lehrern für den schulunterricht und von professoren für vorlesungen ausgedruckt und verteilt werden.
(in vorlesungen darf es natürlich auch vorgelesen werden)

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